Wandmalereien und Literatur

Zwischen 1978 und 1984 entwickelte Lübeck sich zu einem Förderschwerpunkt der Volkswagen-Stiftung. Ein Interessenschwerpunkt betraf die Ausstattungen Lübecker Wohnhäuser, insbesondere mit ortsfesten Wand- und Deckenmalereien.

Bis zum Redaktionsschluss 1990 wurden 550 Ausmalungsobjekte in 165 Häusern dokumentiert. Es handelt sich um figürliche und ornamentale Ausmalungen. Die kunsthistorischen Bearbeiter waren Thomas Brockow und Rolf Gramatzki. Mein Interesse galt der historischen Leserforschung. Wo in den alten Häusern hatten die Lübecker ihre Bücher stehen und was lasen sie?

Am 1. Dezember 2005 hat ein zweites Forschungsprojekt seine Arbeit aufgenommen. Es wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sein Ziel ist es, anknüpfend an die Forschungen der 1990er Jahre, ein zweites Mal die ortsfesten Raumdekorationen in Lübecker Wohnhäusern zwischen 1250 und 1800 in den Blick zu nehmen. Das Augenmerk richtet sich auf Studien zu Dekorum und Erhaltung.

Das Projekt wird gemeinsam vom Kunsthistorischen Institut der Universität Kiel und der Denkmalpflege Lübeck betrieben. Die Leitung liegt bei Prof. Uwe Albrecht und bei Frau Dr. Annegret Möhlenkamp.

Frau Dr. Antje Heling-Grewolls, Frau Magister Britta Reimann und ich arbeiten u. a. an einer digitalen Datenbank zu den Wandmalereien, die im Internet publiziert werden soll.
www.wandmalerei-luebeck.de

Mein Interesse richtet sich auf Wandmalereien, die literarische Texte ins Bild setzen, zum Beispiel den Parzival Wolframs (1350), die Metamorphosen Ovids (1600) und Gedichte Emanuel Geibels (1900).