Von der Mengstraße in den Louvre
Heinrich Manns Verwendung historischer Quellen in den Romanen Eugénie oder Die Bürgerzeit (1928) und Die Vollendung des Königs Henri Quatre (1938), in: Heinrich-Mann-Jahrbuch 43 (2025), Lübeck 2026, S. 109-124
Im Herbst des Jahres 1925, nach einem Besuch bei Felix Bertaux, reist Heinrich Mann nach Pau in der Gascogne und besichtigt das Schloss der Fürsten von Navarra, Geburtsort von Henri IV. Über diesen Besuch schreibt er in einem Rückblick: »Von Biarritz fuhr ich nach Pau, dem milden Bad am Fuß der Berge, wo um 1860 mein Vater sich von einer Krankheit erholt hat. Wie wenige Deutsche werden nach 1870 noch dorthin gekommen sein? Ist es nicht so, daß wir in all der Zeit vom ganzen Frankreich höchstens noch Paris, ein gewisses kosmopolitisches Paris gekannt haben? Die Beziehungen waren vorher annähernd der Art, wie sie heute, in zielbewusster Gesinnung, wieder werden müssen. Wie friedlich breiteten sich die Kurgärten von Pau!«
In seiner Autobiografie Ein Zeitalter wird besichtigt, 1943, kommt Heinrich Mann auf diese Reise zurück und berichtet, sich selbst als Jx bezeichnend: »Es war im Schloß von Pau, am Fuß derselben
Pyrenäen, die Jx dereinst ersteigen wird, um sich zu retten. (…) 1925 war nur der eine Fremde einbegriffen in einen Schub französischer Touristen. Sie besichtigten das Schloss des guten Königs
Henri. Alle kannten ihn, und nur ihn. ›Der einzige König lebt bis heute − bei den Armen‹, sagt ein Vers des 18. Jahrhunderts sogar. Jx war sehr unruhig, blieb in den verlassenen Zimmern allein zurück,
besann sich auf alte Antriebe, endlich fühlten sie ihre Befriedigung kommen. Was war es doch? Er wußte nicht, während es ihn verlangte.«
